"Cool bleiben - Respekt zeigen"

 

Das Projekt „Cool bleiben, Respekt zeigen!“ wird in insgesamt vier Klassen der Mittel- und Oberstufe an der Adolf-Reichwein-Schule regelmäßig einmal in der Woche angeboten. So wird das soziale Lernen ein wichtiger Bestandteil des Schulalltages und des Erlebens.

Mit Biografie- und Zukunftsarbeit, Theaterpädagogik und kooperativer Gruppenarbeit (Spiel, Musik, bildnerisches Gestalten) erweitern die Jugendlichen ihren Handlungsspielraum. Sie lernen neue  Blickwinkel kennen und entwickeln konstruktive Alternativen in der Gestaltung ihres Alltags.

Die geschlechtsspezifische Gruppenteilung (weibliche Trainerinnen für Mädchen, männliche Trainer für Jungen einer Klasse), ermöglicht den Jugendlichen Themen zu betrachten, die ihnen peinlich sind, die zu Unsicherheiten sowie zu Abwertungen führen können und die gerne hinter Prahlereien versteckt werden.

In der Mädchenarbeit wird u. a. gezeigt, wie der Körper und das Körpererleben eine besondere Grundlage bilden, um die Mädchen in ihrer Weiblichkeit zu stärken. Die Kontaktaufnahme zum eigenen Körper wird durch bildnerisches Darstellen und Bewegung, z. B. Yoga, Spiele und Sinnerfahrungen sowie pantomimisches Darstellen, unterstützt. Über das konzentrierte Hinführen zur Übung und dem bewusst eingeleiteten Nachspüren können sie Körperveränderungen wahrnehmen und artikulieren. Durch diese Wahrnehmungen werden die Mädchen mutiger, Übungen mit ihrem Körper durchzuführen, wo sie zuvor Hemmungen und Scham erlebt haben. Daraus ergibt sich, dass die Mädchen sich bewusster erleben, spüren, wahrnehmen und Grenzen erkennen sowie setzen können.

Bei der Jungenarbeit werden u. a. verschiedene Instrumente eingesetzt (Trommel, Klavier), so dass das Ausdrucksbedürfnis und das Bedürfnis gehört zu werden in Einklang gebracht werden. Es werden Themen des sozialen Zusammenlebens und der Identitätsfindung in einem geschützten Raum besprochen, erprobt und erfahren. Konflikte werden frühzeitig erkannt und gewaltfrei bearbeitet. Erlebnisse von Gewalt können reflektiert, die Konflikte dahinter betrachtet und friedliche Lösungsmöglichkeiten erprobt werden. So wird der respektvolle Umgang miteinander erfahren und in die individuelle Lebenswelt integrierbar.

Durch die eingesetzten Methoden erweitern die Jugendlichen ihr Ausdrucksvermögen, entwickeln Sensibilität für eigene Bedürfnisse und die von anderen, sie lernen zusammen zu arbeiten, Hilfe anzunehmen und anzubieten.

Dieser Erfahrungsspielraum wird durch gemeinsame Termine von Mädchen- und Jungengruppen erweitert, um sowohl Klassengemeinschaft als auch bewusstes Verhalten gegenüber dem anderen Geschlecht zu stärken (geschlechtergerechte Koedukation).

Die Jugendlichen lernen, sich selbst besser wahrzunehmen, einzuschätzen und anzunehmen, damit sie sich positiv in ihr Umfeld einbringen können. Es werden gemeinsam mit ihnen Wege gesucht, um mit mehr Respekt, Toleranz und Einfühlungsvermögen zusammen zu leben und sie werden im Umgang mit Konflikten und Gewalt geschult. Dieses bedeutet, Konflikte zu vermeiden und zu wissen, wie man sich selbst verteidigt und abgrenzt.

Darüber hinaus wird die Kommunikation erweitert, Zukunftschancen und Lebensqualität der Schülerinnen und Schüler werden verbessert.