Die Schmiede - Metallverarbeitung

 

  

Pro Schuljahr werden sieben Schüler/-innen der 10. Klasse die Schülerfirma „Metallverarbeitung“ besuchen. Entsprechend der Zusammensetzung der Schüler/-innenschaft sind in etwa 80% der beteiligten Schüler/-innen nicht deutscher Herkunft (ndH). Die Platzzahl wird zur Hälfte Mädchen bzw. Jungen zur Verfügung gestellt. Jeweils montags findet für 3 Zeitstunden das Praxismodul in der Schmiede statt.

Am Projekt sind neben dem kooperierenden Schmied und den Firmenmitarbeiter/-innen ein Fachlehrer für den Bereich „Wirtschaft-Arbeit-Technik“ beteiligt, der einerseits für die theoretische Aufarbeitung zuständig ist (Fachwissen-Fachsprache-Arbeitsvorgänge), andrerseits die pädagogische Verantwortung trägt. Darüber hinaus ist ein ehrenamtlicher Facharbeiter mit im Team, der als Übungsleiter im Einzelfall zusätzliche Unterstützung für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf leistet (z. B. bei schwerster Lernbeeinträchtigung oder bei körperlicher und geistiger Behinderung).

Dabei ist zunächst zu betonen, dass der wirtschaftliche Erfolg des Unternehmens nicht der alleinige Zweck des Projektes Schülerfirma „Metallverarbeitung“ ist, sondern eher als didaktisches Instrument verstanden werden soll. Die Arbeit in der Kooperativen Schülerfirma ist Unterricht am anderen Ort. Ebenso wichtig für die Schüler/-innen ist, dass sie im wöchentlichen Rhythmus (4 Unterrichts- bzw. 3 Zeitstunden pro Woche über das gesamte Schuljahr) am Projekt teilnehmen.

Ziele sind:

  • den wirtschaftlichen und unternehmerischen Gesamtablauf des Unternehmens kennen zu lernen, die eigene Rolle in diesem Ablauf überdenken. Dieses kann dadurch geschehen, dass die Funktionen innerhalb des Unternehmens von den Jugendlichen während des Projektes gewechselt werden;
  • das Grundwissen über die Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Grundlagen über die Feuerführung zu erlangen;
  • zu erfahren, welche Verbindung zwischen Arbeit in der Firma und schulischem Lernen besteht, indem fachliche Inhalte des Schulunterrichts (Mathematik – Fachrechnen; Deutsch – Schreiben von Flyern und Marktschildern, Gesprächsführung; WAT – Metall; GeWi – Management, Ökologie, Umwelterfahrung; IT-Unterricht – Word und Excel; Kunst usw.) bei der Tätigkeit in der Firma angewendet werden müssen sowie bewusst gemacht werden;
  • die unternehmerische Erfahrung der Verantwortung für Gewinn und Risiko machen zu können und ein realistisches Bild des Wirtschaftens zu gewinnen. Dazu gehört auch, dass die unternehmerische Erfahrung ernsthaft und die Erfahrung des Scheiterns möglich ist.

Die Strukturen der kooperativen Schülerfirma „Metallverarbeitung“ sind eindeutig, nur so wird die Verantwortlichkeit jeder einzelnen Schülerin bzw. jedes einzelnen Schülers transparent. So können die genannten Lerneffekte auf der Ebene der Persönlichkeitsentwicklung ermöglicht werden.

Dazu ist es erforderlich, dass

  • der Gesamtaufbau der kooperativen Schülerfirma und ihre innere Organisation nach Möglichkeit mit allen beteiligten Jugendlichen mit entwickelt wird und beide Bereiche, zum Beispiel über Mitarbeiterversammlungen, ihnen immer wieder transparent gemacht werden und ihren Entscheidungen zugänglich sind. Im Detail wird man dieses mit lernbeeinträchtigten Schülerinnen und Schülern anders handhaben, als mit Jugendlichen anderer Sekundarschulen, aber das Prinzip der Verantwortlichkeit, das für alle gelten muss, könnte nur so durchgehalten werden;
  • möglichst alle Teilbereiche eines Unternehmens (Leitung, Personalmanagement, Verkauf, Entwurf und Planung, Produktion, Buchhaltung, Werbung usw.) in der Schülerfirma eingerichtet und von den Schülerinnen und Schülern selbstverantwortlich organisiert werden. Die Firma beschränkt sich nicht nur auf Produktion und Verkauf;
  • Verkauf von Schmiedearbeiten auf dem Rixdorfer Weihnachtsmarkt und im Rahmen von Schulfesten organisiert wird. Der eingenommene Betrag ist jedoch so gering (höchstens ca. 50,00 €), dass er für die Anerkennung der Schüler/-innen verwendet wird.

Wesentliche Effekte des Lernens in der kooperativen Schülerfirma „Metallverarbeitung“  ergeben sich aus dem Zusammenwirken der verschiedenen Abteilungen, der Erfahrung der wechselseitigen Abhängigkeit und der geteilten Verantwortung für die ganze Firma. Die Jugendlichen sollen mit allen Risiken Selbständigkeit erfahren. Erst wenn sie so in „ihrer“ Schülerfirma tätig sind, stellen sich die beschriebenen Effekte der Selbsterfahrung wie auch die Entwicklung der beschriebenen Schlüsselqualifikationen ein. 

      

   

 

Förderverein der Adolf-Reichwein-Schule e.V.