Schwimmprojekt an der Adolf-Reichwein-Schule

Im Frühjahr 2014 entstand der Plan, ein Schwimmprojekt in meiner damaligen achten Klasse und der Parallelklasse durchzuführen, da viele der Schüler:innen nicht schwimmen konnten. Die meisten Schüler:innen kamen erst später nach Deutschland, so dass sie am regulären Schwimmunterricht nicht teilnehmen konnten.

Von unseren Schwimmlehrerinnen und -lehrern wurde zwar versucht, ab und zu Schüler:innen aus den oberen Klassen mit in den Schwimmunterricht der Unterstufe mitzunehmen, aber diese Stunden reichten nicht aus.  Ich begann deshalb mit Recherchen im Internet. Für die teilweise Finanzierung fand ich einen privaten Sponsor aus meinem Verwandtenkreis. Bei den Wasserfreunden Spandau 04 fand ich ein sehr gutes Angebot. Sie boten mir an, mit den Schülerinnen und Schülern ein Projekt durchzuführen. Das Angebot umfasste das Abholen der Schüler:innen mit eigenen Transportbussen und Schwimmunterricht im clubeigenen Schwimmbad im Olympiastadion. Da es 30 Schüler:innen waren, wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt. Die Ansprechpartnerin dieses Schwimmvereins sagte mir, dass es erfahrungsgemäß für einige Schüler:innen nicht ausreichen würde, nur eine Woche an diesem Projekt teilzunehmen. Die Kosten betrugen pro Kind für eine Woche 65 Euro. Die 1950 Euro für die erste Woche wurden von den Wassersportfreunden organisiert, die das Geld dankenswerter Weise von der Meridianstiftung bekamen. Für die zweite Woche konnte ich von meinem privaten Sponsor eine Spende von 865 Euro erhalten und auch der Förderverein der Adolf-Reichwein-Schule beteiligte sich mit einem Zuschuss von 130 Euro.

Das Projekt wurde dann in der Zeit vom 16. - 20. Juni 2014 für beide Klassen durchgeführt. In der darauffolgenden Woche gab es dann für 15 Schüler:innen eine Verlängerung des Projekts. Es wurde ein voller Erfolg. Die Schüler:innen wurden von sehr freundlichen Busfahrerinnen und -fahrern ins Stadion gefahren. Dort wurden sie von Helferinnen und Helfern in Empfang genommen, die sie zu den Umkleideräumen brachten. Der Schwimmunterricht fand mit sehr viel Personal statt. Teilweise hatten Schüler:innen eine 1:1 Betreuung. Durch Krankheit bedingt, konnten nicht immer alle Schüler:innen daran teilnehmen. Am Ende des Projekts konnten sich von 29 Schülern:innen mit Ausnahme von zwei Schülerinnen und Schülern, die auch nach  zwei Wochen Einzelbetreuung ihre Wasserscheu nicht überwanden, alle eine gewisse Zeit über Wasser halten. Sieben Schüler:innen erhielten das Seepferdchen, sechs bekamen das Jugendschwimmabzeichen Bronze und drei das Jugendschwimmabzeichen Silber.

Kurze Zeit später erschien in den Zeitungen die Schlagzeile, dass viele Berliner Schüler:innen nicht mehr schwimmen können.

Im darauffolgenden Jahr hätten wir gern das Projekt mit anderen Schülerinnen und Schülern noch einmal durchgeführt. Leider bekamen wir wegen mangelnder Kapazitäten eine Absage, aber das Versprechen, dass wir es im nächsten Schuljahr wieder durchführen könnten.

In diesem Jahr nahm ich erneut Kontakt mit den Wasserfreunden Spandau 04 auf. Es konnte wieder ein Projekt für 24 Schüler:innen aus unterschiedlichen Klassen stattfinden. Die Projektwoche fand vom 7.7. - 19.7.2016 statt. Da es diesmal keine Stiftungsgelder bzw. Sponsoren gab, konnten für Schüler:innen, die einen Berlin-Pass haben, die Kosten vom Senat übernommen werden. Für die anderen wurde der Kurspreis vom Förderverein der Adolf-Reichwein-Schule übernommen.  

Gabriela Hinz