Berlin: 13.10.2014 bis 17.10.2014

Besuch im IB (Internationaler Bund)

Im Rahmen unserer Begegnung mit Fachkräften aus Rumänien und Frankreich haben wir am Mittwoch, den 15.10.14, die Einrichtung des Internationalen Bundes in der Neuköllnischen Allee 10-12 besucht.

Der IB hat mit der Adolf-Reichwein-Schule einen Kooperationsvertrag abgeschlossen. Er führt mit den Schülerinnen und Schülern der achten Klassenstufe eine Potenzialanalyse und eine 14-tägige Berufsfelderkundung durch. Die Jugendlichen arbeiten in den Werkstätten des IB, erwerben dort erste handwerkliche Grundkenntnisse und erproben ihre Fertigkeiten und Fähigkeiten.

Weitere Angebote des IB sind:

  • Berufsvorbereitung für benachteiligte Jugendliche
  • Reha Berufsausbildung für Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen in den Berufsfeldern: Fachpraktikerin bzw. Fachpraktiker Küche und Holzverarbeitung, Hauswirtschaftshelferin bzw. Hauswirtschaftshelfer
  • Umschulung zur Kauffrau bzw. zum Kaufmann für Büromanagement, Verkäuferin bzw. Verkäufer im Einzelhandel, Kosmetikerin bzw. Kosmetiker
  • Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose im Neuköllner Kiez

Der Betriebsstättenleiter Herr Fohrbeck führte uns durch die Einrichtung. Wir bekamen einen Einblick in die Arbeitsbereiche Holzbearbeitung, Hauswirtschaft, Malern, Körperpflege und Verwaltung.

Unsere Gäste zeigten sich von der Angebotsbreite des IB überrascht und konnten erkennen, dass auch Jugendliche mit Lerndefiziten und schwierigen sozialen Biografien hier eine reelle Chance für eine berufliche Qualifikation erhalten können.

 

Unterrichtshospitation am Dienstag, den 14.10.2014

Die Klassen 8a und 8b setzten sich in einer gemeinsamen Doppelstunde mit dem Märchen „Zwerg Nase“ auseinander, weil sie einen Theaterbesuch für den folgenden Donnerstag planten. Es hospitierten aus der KUBE-Gruppe zwei rumänische und drei französische Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer.

Zuerst stellten sich alle Schülerinnen und Schüler kurz vor. Dies sollte als Aufwärmphase und Sprachübung dienen. Dann stellte sich der Besuch vor. Anschließend hörten die Jugendlichen das Märchen „Zwerg Nase“ abschnittsweise und erzählten es nach. Da in Vorbereitung auf ein Kunstprojekt am Schwerpunkt Dialog themenübergreifend geübt wurde, setzten sich die Schülerinnen und Schüler danach mit den Dialogen zwischen Jacob und seinen Eltern bzw. mit der Fee Kräuterweis auseinander. Die Aufmerksamkeit sollte auf den Text gerichtet bleiben sollte. Daher wurde in jeden Dialog eine falsche Märchenzeile integriert. So wurden auch die Märchenkenntnisse reaktiviert.

Die Anwesenden erinnerten eine Vielzahl deutscher Märchen.

 

Unterrichtshospitation am Mittwoch, den 15.10.2014

Die Klasse 8a hat jeden Mittwoch eine Stunde Berufsorientierung. Dabei werden verschiedene Berufsgruppen, Berufe, Verdienstmöglichkeiten, Zugangsvoraussetzungen und Ähnliches thematisiert. In dieser Stunde ging es um Servicekräfte im Allgemeinen, wo sie gebraucht werden und welche Tätigkeiten sie ausführen. Spielerisch brachten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen in einem Quiz ein. Es hospitierte ein KUBE-Projektteilnehmer aus Frankreich.

 

Hospitation beim Theaterprojekt der Klasse 10 c am Mittwoch, den 15.10.2014

Fünf Gäste aus Frankreich nahmen an den Theaterproben der Klasse 10c teil.

Wir arbeiten in diesem Schuljahr mit Übungen des biographischen Theaters. Beim biographischen Theater erarbeiten die Schülerinnen und Schüler nach und nach Rollen und Szenen, die etwas mit ihrer eigenen Biographie zu tun haben. Die Erarbeitung des biographischen Materials läuft so verschlüsselt ab, dass es den Jugendlichen nicht auffällt, dass die Szenen viel mit ihnen persönlich zu tun haben. So können persönliche Gefühle zugelassen und im Spiel gezeigt werden. Im weiteren Prozess werden künstlerische Mittel erarbeitet, die es ermöglichen das Persönliche zu verallgemeinern und zu abstrahieren.

Wir haben wie immer mit „Aufwärmübungen“ begonnen. Hierbei arbeiten wir mit Wortkarten, die so zusammengestellt werden, dass Bewegungen und Tätigkeiten mit Gefühlen in Zusammenhang gebracht werden. Die Spielleitung (Lehrerin) begann und gab nach einigen Übungen die „Regie“ an einzelne Jugendliche, die sich gemeldet hatten, ab. Den Gästen wurden die Übungen mit den Karten erklärt (Frau Neuß übersetzte) und dann machten sie bei der Aufwärmphase mit.

Im Anschluss wurde an die bisher erarbeiteten Szenen erinnert. Die Schülerinnen und Schüler bildeten zwei Arbeitsgruppen, besprachen den Ablauf ihrer Szene und bereiteten das Vorspielen vor. Die restlichen Anwesenden sahen dem Spiel zu. Zum Schluss erfolgte eine Auswertung des Gesehenen, wobei die schönen und spannenden Momente (möglichst mit Begründung) benannt werden sollten. Auch die Gäste beteiligten sich, mit Hilfe von Übersetzungen, an der Auswertung.

Sie hatten aber auch eine Überraschung für uns, denn sie hatten sich zwischendurch miteinander besprochen und eine kleine Szene für uns vorbereitet, die sie uns am Schluss vorgespielten. Die Schülerinnen und Schüler guckten interessiert zu und waren ganz beeindruckt.

 

Gemeinsamer Besuch der Neuköllner Oper am Mittwoch, den 15.10.2014 um 20.00 Uhr

Nach den auswertenden Gesprächen über die Hospitationen dieses Tages sind 18 Gäste und vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Schule zu Fuß über den Richardplatz und die Karl-Marx-Straße entlang zur Neuköllner Oper gelaufen. Die Gäste konnten sich so einen kleinen Eindruck von Neukölln am Abend verschaffen. Wir wollten uns das Singspiel “Exit Paradise“ von Uta Bierbaum und Arash Safaian ansehen. Exit Paradise ist ein neues Stück (Uraufführung am 5.9.2014), das sich mit den Sehnsüchten und Lebensbedingungen einzelner Menschen in Neukölln beschäftigt, musikalisch umgesetzt mit Klavier, Violoncello und 2 Sängerinnen und einem Sänger. Bei so einem neuen Stück weiß man ja nie, was einen erwartet und wie es gefällt. Wir hatten den Eindruck, dass es den meisten der Gäste gefiel und dass es auf jeden Fall schön war, mit fast der ganzen Gruppe einen unterhaltsamen Abend verbracht zu haben.

Im Anschluss gingen einige von uns noch in das Restaurant bei der Neuköllner Oper. Nachdem wir gegessen hatten, hatten wir das Glück, dass eine spanische Musikgruppe dort spielte und uns zum Tanzen animierte. Wir tanzten alle noch viel, unterhielten uns gut und kamen erst spät nach Hause. Ich finde, es war ein schöner Abschluss eines langen Tages!