Schule mal anders

Ein Schauspielprojekt

River – der Fluss: das ist der Name des Projekts, in dem 14 Schüler der Klasse 9b in den zwei Wochen vom 20.Februar bis zum 03. März 2017 gemeinsam ein Theaterstück erarbeitet haben. Angeleitet wurden sie dabei von Elisabeth Fessler und Ekaterina Malkova, zwei erfahrenen Schauspielerinnen, die dieses Projekt auch schon an anderen Schulen durchgeführt haben.

Die Vorbereitung des Projekts begann aber schon vor dem eigentlichen Projektbeginn am 20. Februar.

Was ist Heimat? Mit dieser Frage haben sich die Schüler im Unterricht beschäftigt und ihre Gedanken dazu in Worte gefasst. Entstanden sind dabei sehr persönliche Texte über vertraute Orte, Menschen und Tiere. Zum besseren Kennenlernen für die Schauspielerinnen füllten die Schüler außerdem Fragebögen aus. Sie mussten hier darüber nachdenken, wie sie mit „dem Fremden“ umgehen und welche Rollen sie sich in einem Theaterstück zutrauen würden.

Die zwei Wochen Theaterarbeit begannen mit schauspielerischen Übungen, bevor es in die Textarbeit ging. Aufgelockert wurden die Übungen durch tänzerische Übungen und Gesangseinlagen, die dann auch in das Stück eingebunden wurden. Mit dem professionellen Rapper Phil wurde Beatboxen eingeübt und ein Rap über das Fremdsein und das Dazugehören erarbeitet. Videosequenzen wurden von der Expertin Paulina Gimpel gefilmt, geschnitten und in das Theaterstück eingefügt.

Es entstand ein beeindruckendes, ganz persönliches Stück, das geprägt war von den Gedanken, Texten und Persönlichkeiten der Schüler.

Die Aufregung stieg, je näher der Termin der Aufführung rückte. Am Freitag, dem 03. März 2017 füllte sich der Mehrzweckraum der Adolf Reichwein-Schule und um 11 Uhr hieß es „Vorhang auf“. Schüler und Lehrer der Adolf-Reichwein-Schule, eingeladene Eltern und alle Interessierten, die gekommen waren, konnten sehen, was die 14 Schüler zusammen mit den Schauspielerinnen auf die Beine gestellt hatten. Als Belohnung gab es einen langen Applaus und viele bewundernde Worte von den Zuschauern. Für die Schüler war dies eine ganz besondere Erfahrung, aus der sie mit viel neuem Selbstbewusstsein herausgingen – so wie es in der Schlussszene zusammengefasst wurde:

10 Tage gemeinsame Erinnerungen, die uns bewegen, erstaunen, verändern.

Umso schwerer fiel danach der Abschied von Frau Fessler und Frau Malkova, die jeden einzelnen Schüler mit herzlichen Worten und einer Urkunde bedachten. Die Begeisterung der Schüler war so groß, dass der Wunsch geäußert wurde, die beiden Schauspielerinnen im nächsten Jahr erneut an die Adolf-Reichwein-Schule einzuladen, um eine Fortsetzung des River-Projekts gemeinsam zu gestalten.

 

Heike Zülow, Claudia Köppel