Ein Artikel von Sandra S. Schmid

Die Adolf-Reichwein-Schule startet mit einer MIT-Spende ins neue Jahr –

weitere Unterstützer folgen dem Beispiel.

Die Schüler der Adolf-Reichwein-Schule haben gut lachen: Stolz nimmt Schülersprecherin Aleyna Vamin (3.v.l.) den symbolischen Scheck aus den Händen der MIT Neukölln-Mitglieder Annabell Herzig (4.v.l.), Detlef Blisse (5.v.l.) und Olaf Schenk (3.v.r.) entgegen. Mit ihr freuen sich Schüler Ismail Tanis (l. außen), Sozialarbeiterin Susanne Hacker (2.v.l.), Schulleiter Andreas Schüssler (4.v.r.), seine Vertreterin Annett Winkler (2.v.r.) sowie Jens-Jürgen Saurin, Vorsitzender des A.R.S.-Fördervereins.

 

Berlin/Neukölln. Gleich dreifach beschenkt und bedacht starten die Schüler der Adolf-Reichwein-Schule (A.R.S) ins Jahr 2019: Eigens für den Club-Raum der Grund- und Sekundarschule an der Sonnenallee hat die Neuköllner Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) 900 Euro gespendet. Das Beste daran: „Diese MIT-Spende brachte unserem Schülerclub finanzielle Folge-Erfolge“, kann Schulleiter Andreas Schüssler den unverhofften Domino-Spenden-Effekt kaum fassen.

„Angeregt durch die finanzielle Unterstützung der CDU-nahen MIT hat wenig später der Förderverein der Schule ebenfalls 1000 Euro zugeschossen. Dies wiederum veranlasste eine Privatperson zu einer weiteren guten Tat. Innerhalb einer kurzen Zeitspanne können wir uns also über gleich drei Spenden im Wert von insgesamt 2.130 Euro erfreuen“, erzählt der Leiter der Schule mit sonderpädagogischem Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung überglücklich. Die finanzielle Unterstützung wird somit insbesondere Kindern, die die Leistungsanforderungen der allgemeinen Schule ohne besondere Unterstützung nicht erfüllen können, zu Gute kommen.

Auch Olaf Schenk, Vorsitzender der MIT Neukölln, ist hoch erfreut, dass seine Devise „Tue Gutes, rede darüber und andere werden Deinem Beispiel folgen“ immer öfter aufgeht. „In diesem Fall haben wir das Geld auf unserer Weihnachtsfeier gesammelt – und zwar genau für diesen Zweck“, erzählt der Rudower Unternehmer. Zwischen Gänsekeule, Rotkohl und Klößen rührte er bei seinen MIT-Mitgliedern die Werbetrommel für den A.R.S.-Schülerclub. Von deren Bedarf wusste der umtriebige Tausendsassa seit September letzten Jahres. Da besuchte der CDU-Bezirksverordnete als Mitglied des Jugendhilfeausschuss im Neuköllner Bezirksparlament die Schule, informierte sich gemeinsam mit seinen Ausschuss-Kollegen über das Landesprogramm „Jugendarbeit an Schulen“ und die Schulsozialarbeit in Neukölln. So erfuhr er von der Leiterin des Schülerclubs, Susanne Hacker, wie wichtig dieser Treffpunkt in der dritten Etage für die insgesamt 150 Schüler aus den 15 Klassen an der Schule ist.

„Seit zehn Jahren gibt es den Schülerclub schon, den die Lebenswelt gGmbH als Träger betreibt“, erzählt Hacker. „Und er ist wichtiger denn je“, schiebt die Sozialarbeiterin hinterher. Dafür lässt sie Zahlen sprechen: „85 Prozent der Schüler haben nicht die deutsche Herkunftssprache, 88 Prozent sind Lehrmittelbefreit, 80 Prozent der Familien werden vom Jugendamt betreut“, fasst sie den Umstand in Fakten, der besagen soll, dass dieser Raum so viel mehr für die Jugendlichen ist.

„Der Schülerclub ist verlängertes Elternhaus, Anlaufpunkt bei Sorgen, Rückzugs- und Vergnügungsort in einem“, berichtet Hacker aus ihrer fünfjährigen Erfahrung als Leiterin des Schülerclubs. Gemeinsam mit einer weiteren festangestellten Kollegin, einem Auszubildenden und zwei Honorarkräften stemmt sie wöchentlich Angebote von A wie Ausflüge bis Z wie Zeichnen für die Sekundarschüler der Klassen sieben bis zehn. Dass das in diesem Jahr dank der drei Spenden leichter gehen soll als bislang üblich, bringt ihr Gesicht zum Strahlen. „Endlich können wir auch einmal Bastel-Material nachkaufen, die Kühlschränke für die Koch-Kurse befüllen oder uns einen Eintritt für eine kulturelle Veranstaltung gönnen“, kommt sie mit der sechzehnjährigen Schülersprecherin Aleyna Vamin ins spontane Pläne-Schmieden.

Da sage noch einmal einer, Politik bewirke ohnehin nichts. Schließlich wäre all dies nicht ins Rollen gekommen, hätte der Bezirk nicht seine engagierten Bezirksverordneten, die gut vernetzt Gutes tun, darüber reden und so ihre Nachahmer finden. Lokalpolitik(er) at it´s best!

 

Weitere Bilder von der Spenden-Übergabe samt Schulbesichtigung

SmartBoard, PC´s und Brennofen gibt es bereits im Raum des Schülerclubs. Dank der 900 Euro-Spende der MIT Neukölln können sich die Schüler nun einen weiteren Wunsch für ihr Nachmittagsdomizil erfüllen.

 

Schulleiter Andreas Schüssler (l.) hat das Wort an Schülersprecherin Aleyna Vamin (Mitte) übergeben. Sie zeigt den MIT-Spendern, wo und wie der Schülerclub die 900 Euro in dem beliebten Raum im dritten Stock der Schule nutzen will.

 

 

Schulleiter Andreas Schüssler (ganz r.) zeigte dem Besucher-Trupp die wichtigsten Räume des Schulgebäudes – hier die sogenannte Limetten-Küche.

 

Lang ist sie her, die eigene Schulzeit – doch manche Dinge ändern sich einfach nie: Beim Blick ins Klassenbuch von der Schulbank aus fühlten sich Olaf Schenk, Vorsitzender der MIT Neukölln, und Detlef Blisse (l.) in die Vergangenheit zurück gebeamt.

 

©Fotos: Sandra S. Schmid

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